Die Ökologie genießt gemeinhin den Ruf, transparent und objektiv zu beschreiben, wie Natur ohne menschliche Eingriffe aussieht. Diese Vorstellung ist in den vergangenen Jahren radikal in Frage gestellt worden. Gegenwärtig bietet die Ökologie weder ein unverfälschtes Originalbild einer ursprünglichen Natur noch neutrale Handlungsanweisungen, sondern Deutungen und Rezepte, die historisch, politisch und kulturell mitbedingt sind. Im vorliegenden Werk gibt der norwegische Wissenschaftshistoriker Peder Anker eine moderne Beschreibung dieser Wissenschaft, die von seinen Fachkollegen immer noch stiefmütterlich behandelt wird.

Anker zeigt, wie die Ökologie, die vor allem die Verbreitung von Pflanzen untersucht hatte, in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts sowohl menschliche als auch natürliche "Gemeinschaften" als Forschungsobjekte entdeckte. Ihre einflussreichsten Vertreter waren Arthur Tansley, der Schöpfer des Begriffs "Ökosystem", der Tierökologe Charles Elton, der Zoologe und Schriftsteller Julian Huxley und der südafrikanische Politiker und Botaniker Jan Christian Smuts.

Smuts und seine Anhänger formulierten eine ganzheitliche Ökologie, während die britische Schule eine eher reduktionistische, mechanistische Betrachtungsweise vertrat. Beide Lager banden in ihren Theorien den Menschen in den Naturhaushalt ein und fanden damit einen Weg, globale politische Ambitionen zu entwickeln, und zwar die natürlichen und menschlichen Ressourcen ihrer Imperien effizient zu verwalten und zu nutzen. Anker belegt überzeugend die These, entscheidende Aspekte der modernen Ökologie seien aus dem Kolonialismus und dem Nord-Süd-Gegensatz erwachsen.

Tansley, Huxley und ihre britischen Weggefährten strebten eine Welt ohne Geschichte an, eine Welt, in der politisches Handeln nicht mehr frei, sondern von den Notwendigkeiten ökologischen Haushaltens bestimmt ist. Das heimatliche, nicht durch Großstädte verunstaltete Paradies und die versorgenden Kolo